heute für euch eine Geschichte

Die heilige Kuh

Bei einem sehr heiligen, wichtigen Ritual sollte Brahma gemeinsam mit seiner Ehefrau erscheinen. Sie mussten pünktlich an einem heiligen Ort sein. Der Zeitpunkt wurde auf der Minute genau von Astrologen festgelegt. Brahma konnte dieses Ritual nur gemeinsam mit seiner Ehefrau durchführen und sagte ihr daher rechtzeitig, dass sie jetzt los müssten. Aber Sarasvarti saß noch vor dem Spiegel und machte sich zurecht. Sie sagte zu Brahma, dass er schon losgehen sollte, sie käme gleich nach. Brahma machte sich also auf den Weg, aber Sarasvarti kam nicht. Der errechnete Zeitpunkt rückte immer näher, die Priester wurden schon unruhig. Den glücksverheißenden Zeitpunkt vorüberziehen zu lassen, hätte großes Unglück bedeutet. Was sollten sie tun?

Da Brahma für dieses Ritual unbedingt die Anwesenheit seiner Ehefrau benötigte, heiratet er kurzerhand das nächste weibliche Wesen vor Ort. Das war nun zufällig eine Kuh. Dadurch wurde die Kuh heilig und das Ritual konnte vollzogen werden.

Als Sarasvarti mit einiger Verspätung auftauchte, gerade als das Ritual beendet war, war sie empört. Ausgerechnet eine Kuh! Musste das denn sein? Nun war die Kuh schon heilig, dagegen konnte sie nichts mehr unternehmen, aber sie sprach dennoch zwei Flüche aus:

Brahma sollte von nun an nur noch an einem Ort in Indien verehrt werden, und die Kühe sollten nur noch Dreck fressen. Und genauso ist es gekommen. In ganz Indien gibt es nur einen Brahma – Tempel. Dieser befindet sich in „Pushkar“, dem heiligen Ort, an dem das Ritual vollzogen wurde. Und die Kühe in Indien sind zwar heilig, leben aber auf der Straßen von den Abfällen.

Eure Heidi, ich hoffe euch gefällt die Geschichte genauso gut wie mir.