heute die Bedeutung von Tadasana, der Berg

Tadasana, die Bergposition, ist als gerader, aufrechter Stand die Grundhaltung, bei der die Füße geschlossen nebeneinander stehen und die Arme seitlich am Körper liegen. Die Haltung befördert die Stille und Kraft, die Entspannung und Stabilität, die wir gedanklich mit einem Berg assoziieren.

Der Himalaja

Lange waren die Berge des Himalaja von wandernden Yogis bewohnt, denen die abgeschiedenen Höhlen ideale Orte für ihre Übungen und Meditationen schienen. Himalaja bedeutet Schnee (Hima) Wohnsitz (Alaya), doch nennt man die höchste Bergkette der Erde auch „Devalaya“, Wohnsitz der Götter. Die Yoga – Philosophie zufolge ist in allem Bewusstsein und Eigenschaft, nicht nur in Menschen und Tieren, sondern in allen natürlichen Phänomenen, wie Flüssen, Bäumen und Bergen. Der Gott Himavat, Vater von Parvati, der Gattin Shivas, ist die Verkörperung des Himalaja. Berge sind von lebenswichtiger Bedeutung, denn an ihnen entspringen die Flüsse, die das Land und seine Lebewesen mit Süßwasser versorgen. So sind auch Flüsse wichtige Aspekte des spirituellen Lebens. Die Weisen betrachten sie als Symbole des Samsara, des Kreislaufs von Tod und Wiedergeburt. Erlösung erwartet am anderen Ufer jene, die fähig sind, den turbulenten Fluss mit dem Schiff des Yoga überqueren. Flüsse wie der Ganges und der Yamuna gelten als Göttin (Devis) und gnadenvolle Mütter (Mayis), die auch ihre schmutzigsten Kinder nicht abweisen. Sie tragen nicht nur die Asche der Verstorbenen zum Himmel, sie waschen auch die schlechten Eindrücke hinweg, die von den bösen Taten der Vergangenheit zurückbleiben.

Berge und Flüsse sind untrennbar, weshalb Himavat auch als Vater von Ganga Devi, der Göttin des Ganges gilt, des heiligen Flusses der Inder.